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Berichte von den Sitzungen des Arbeitskreises


Arbeitskreis Agrar vom 25. - 26.10.2013 in Verden

„Bio – eine lohnende Alternative?“
 
Der Arbeitskreis Agrar begann unter dem Thema: „Bio – eine lohnende Alternative?“ sein Programm mit dem theoretischen Wissen über das ökologische Wirtschaften. Was bedeutet es einen Bio-Betrieb zu führen, welche Förderungen aus welchen Töpfen stehen Bio-Landwirten zu und was sind die Schwierigkeiten? Es folgte ein reger Austausch mit kontroversen Ansichten, die die biologische Wirtschaftsweise von allen Seiten beleuchteten. Am Samstag führte der erste Weg ins Kompetenzzentrum Ökolandbau in Visselhövede. Herr Ebert beantwortete alle Fragen rund um die Betriebsumstellung von konventionell auf ökologisch. Er machte deutlich, dass niemand wegen des Geldes diesen Schritt tut. Es muss die persönliche Überzeugung sein, um diese Veränderung durchzuführen.

Als nächstes stand der Bio-Milchbetrieb Kaemena auf dem Programm. Familie Kaemena bewirtschaftet einen Milchviehbetrieb mit 65 Milchkühen unter Biolandrichtlinien im Bremer Blockland. Sie haben 2005 auf Bio umgestellt. Beraten wurden sie unter anderem vom Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen. Die Milch geht an die nahe gelegene Hofmolkerei Dehlwes. Seit 2005 wird auf dem Hof auch Speiseeis hergestellt, welches bei den Teilnehmern und auch bei der Bremer Bevölkerung gut ankommt. Letztes Jahr gingen 20.000 kg Eis über die Ladentheke, Tendenz steigend. Ferienwohnungen sind ein weiteres Standbein und tragen zur Hoföffnung bei. Die Umstellung hat sich gelohnt. Die Gegebenheiten waren günstig und der Markt hat mitgespielt. Nächstes Jahr soll mit dem Stallneubau begonnen werden und die Herde soll auf 75 Kühe aufgestockt werden. Des Weiteren soll die Direktvermarktung von Milch ausgebaut werden.

Katrin Garbelmann

Zum Schluss wurde der Familien-Betrieb Spöring in Kirchlinteln besichtigt. Die Junglandwirte waren begeistert von der Offenheit des Betriebsleiters, der sich 2008 dazu entscheiden hat von der ökologischen Wirtschaftsweise auf die konventionelle zurück umzustellen. Durch ökonomischen Druck sah er sich trotz seiner ökologischen Grundeinstellung gezwungen diesen Schritt zu gehen. Nun bewirtschaftet er 200 ha Acker mit Mais für Biogasanlagen und vermietet die leerstehenden Wirtschaftsgebäude für Veranstaltungen.

Dorothee Möller

Arbeitskreis Agrar vom 22.02.-23.02. in Bad Zwischenahn und Bremen

Besichtigung der Rügenwalder Mühle

Am 22.02.2013 hatten wir die Möglichkeit, Einblicke in das Familienunternehmen Rügenwalder Mühle in Bad Zwischenahn zu erhalten. Das Unternehmen stellt Wurstwaren von höchster Qualität her, unter anderem sind die bekannten Produkte Schinken Spicker, Pommern Spieß, Mühlen Mett und Rügenwalder Teewurst im Sortiment. Das gesamte Fleisch wird von dem niedersächsischen Unternehmen Dänish Crown bezogen, einem der größten Schlachthöfe Europas. Um die Qualität der Produkte zu sichern wird jede gelieferte Charge im eigenen Labor untersucht. Was zurzeit und auch in Zukunft ein großes Problem für Wurstwarenhersteller darstellt sind Salmonellen, die sich teilweise schon in den lebenden Tieren befinden. Hier muss eine Lösung mit den Landwirten, der Schlachtindustrie  und den verarbeitenden Betrieben gefunden werden. In allen Produkten wird auf künstliche Zusatzstoffe verzichtet, die Produkte werden nur durch Bakterien Kulturen, die eine pH-Wert Absenkung erzielen und durch Salze haltbar gemacht. Die Qualität der Rügenwalder Produkte wird durch das unabhängige Lebensmittelinstitut Fresenius überprüft. Mit rund 400 Mitarbeitern im gesamten Unternehmen und maximal 60 Leiharbeitern ist die Rügenwalder Mühle ein wichtiger Arbeitgeber in der Region.
 
René Roberg

Nach einer spannenden Führung durch weite Teile der Produktionsräume der Firma „Rügenwalder Mühle“ fanden wir uns im „Charlottenhof“ an der Rügenwalder Mühle ein, um dort noch einige Vorträge u.a. vom Firmenbesitzer C. Rauffus und Dr. Chr. Schmidt von der Marketinggesellschaft zu hören.
Christian Rauffus der mittlerweile in der 6. Generation Firmenbesitzer und –leiter der „Rügenwalder Mühle“ ist, fasste sein Thema sehr weit und referierte über die Wahrnehmung der Landwirtschaft in Deutschland und fand damit auch einige Worte zu seinem Unternehmen. Er spricht sich zur Zeit aus tierhygienischen Gründen noch stark gegen die Herstellung von BIO Produkten aus, denn laut Herrn Rauffus sind „ BIO – Hackepeter – Brötchen eine sichere Fahrkarte auf die Toilette!“ Dies wurde uns auch durch das hauseigenen Salmonellen Monitoring vor Augen geführt. Dr. Chr. Schmidt vermittelte uns in seinem Vortrag, dass das Verständnis der Verbraucher durch Skandale immer weiter geschärft wird und das Nachhaltigkeit als Konsequenz von Wirtschaftlichkeit zu verstehen ist.
Im Anschluss an die vielseitigen Vorträge aßen wir zusammen in gemütlicher Runde Mittag. Hierbei kam die Zeit für persönliche Gespräche mit Frau und Herrn Rauffus nicht zu kurz. Daran schloss eine landjugendinterne Diskussion über unseren bisherigen Tag und das Tierwohl - Label an.

Linda Lüddeke

Am Freitagabend haben wir die Besichtigung bei der Rügenwalder Mühle Revue passieren lassen und dabei sind wir auf die Präsentation von Christian Rauffuss und seiner Mitarbeiter eingegangen.
Daraufhin haben wir die Frage: „Warum haben die Döner weniger Salmonellen Probleme als wir?“ Diese Frage haben wir angeregt diskutiert und haben beschlossen, dass wir in weiteren Aktionen erneut darauf eingehen wollen.
Zum Abschluss haben wir noch kurz aktuelle Agrarthemen der Region angesprochen und danach den Abend erschöpft mit gemütlichem beisammen sein beendet. 

 Meinke Ostermann

Als erstes haben wir am Samstag ein kleines Brainstorming zum Pferdefleisch Skandal gemacht. Es ist eine Frechheit und wir können verstehen, dass sich alle betrogen fühlen. Wir  finden es nicht in Ordnung, was da gelaufen ist und sind der Meinung, dass das was auf der Packung drauf steht auch drin sein muss. Die Lebensmittelindustrie, vor allem die Fleischproduktion, wird runter gezogen. Wir stellen fest das unsere Gülle auf den Betrieben besser dokumentiert ist als das Fleisch und das man dafür sorgen sollte, das Fleisch genauso gut oder sogar noch besser zu Dokumentieren  und zu beproben ist, um es besser rückverfolgen zu können. Wir sind zu dem Entschluss gekommen das die Bevölkerung bewusster Fleisch essen sollte und hoffen, dass durch diesen Skandal jetzt mehr Leute bewusst Fleisch essen und auch mal teureres Fleisch kaufen.
Zudem haben wir uns auch ein bisschen über das Thema BIO unterhalten und überlegt wie man BIO definieren könnte. Leider ist uns dabei aufgefallen, dass es sehr schwierig ist BIO zu definieren und es deshalb für die Verbraucher schwer ist zwischen BIO, Konventionell und Regional zu unterscheiden. Darüber hinaus sind wir zum neuen Tierwohl- Label gekommen. Dabei waren wir uns in einem sehr einig: „Wir brauchen KEIN neues Tierwohl-Label!“.  Wir leben in einem Urwald von Siegeln, Labels, Vorgaben und Kontrollen und brauchen nicht noch mehr davon. Es gibt viele Kontrollen die funktionieren und greifen (QS, QM,…) sowie einen Tierschutzplan der ausschließlich für die Haltung der Tiere da ist. Dieses Label gibt den Verbrauchern das Gefühl, dass das was die Tierhalter tun und wie sie ihre Tiere halten, nicht Artgerecht und richtig ist. Noch dazu sehen wir keine wissenschaftlich nachgewiesene Verbesserung für das Tierwohl, sowie die Wirtschaftlichkeit für den Landwirt. Noch dazu hat der Landwirt keine Planungssicherheit und weiß nicht für wie lange dieses Label bestand hat und ob es nicht doch nur ein „Marketinginstrument“ ist. Da es Tag täglich das Ziel eines jeden Landwirts ist, das es seinen Tieren gut geht und sie glücklich sind, halten wir, der Arbeitskreis Agrar, es nicht für nötig dieses Label ein zu führen. 

Johanna Kinast

Arbeitskreis Agrar vom 26.-27.Oktober in Verden

In Zukunft "Vorbehaltsgebiete Landwirtschaft"?

Der diesjährige Herbst-Arbeitskreis befasste sich voll und ganz mit der Zukunft der Landwirtschaft, jedoch auf zwei völlig verschiedene Wege.

Elf junge LandwirtInnen und landwirtschaftlich interessierte hatten sich in der Jugendherberge Verden zusammen mit den Teilnehmern der anderen Arbeistkreise eingefunden. Am Abend diskutierten wir über einen Gesetzesentwurf der niedersächsischen Landesregierung zur Stärkung landwirtschaftlicher Betriebe durch Agrarstrukturplanung. Grund für die Wahl dieses etwas schwer erscheinenden agrarpolitischen Themas war eine Einladung des  Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung des Niedersächsischen Landtages.  Die Regierungsparteien möchten mit ihrem Gesetzesentwurf die Landwirtschaft durch den Einbezug landwirtschaftlicher Flächen in die Raumordnungsprogramme stärken. Man will somit den vor dem Hintergrund einer steigenden Nachfrage nach Lebensmittel und nachwachsenden Rohstoffen nicht mehr haltbaren Verbrauch landwirtschaftlicher Nutzfläche eindämmen und die Wichtigkeit der produktiven Fläche hervorheben.  Außerdem sollen  Maßnahmen geschaffen werden, die das Verständnis für die moderne Landwirtschaft fördern.

Die Teilnehmer des Arbeitskreises waren sich einig, dass all diese an sich gut sind, jedoch ist man gespannt darauf, wie sie in die Tat umgesetzt werden sollen. Besonders wichtig war den Teilnehmer die Stärkung des Verständnisses für die moderne Landwirtschaft in der Gesellschaft und die Aufrechterhaltung der Privilegierung landwirtschaftlicher Bauten im Außenbereich.

Am Sonnabend wurde die nahegelegene Zentrale der Masterrind besichtigt. Almut Hertz-Kleptow stellte das größte deutsche Rinderzuchtunternehmen vor. Besonders interessant waren ihre Erfahrungen und Bilder vom Export lebender Zuchtfärsen nach Nordafrika. Zum Schluss bekamen wir noch eine Führung durch das Labor in dem die Spermaportionen untersucht und abgefüllt werden und konnten uns im Stall die aktuellen Bullen angucken.

Das nächste AK-Agrar Treffen finden im Frühjahr in Bremen statt, in der Zeit dazwischen werden nach Möglichkeit Betriebsbesichtigungen zwischen den AK-Teilnehmern stattfinden.

Jan-Henrik Schöne

Arbeitskreis Agrar 24. -25.02.2012

AK-Agrar für Offenheit in der Tierschutzdiskussion

„Mit dem Tierschutz einen Schritt voraus!“ Unter diesem Titel widmete sich der Arbeitskreis Agrar der Niedersächsischen Landjugend einem Thema, das derzeit die Gemüter bewegt. Da sich eine fundierte Meinung aber nur bilden kann, wer sich auskennt, hieß es für die Arbeitskreis-Mitglieder zunächst einmal: Realitätsnahe Einblicke in Praxis und Forschung gewinnen.

Schwänze kupieren bei Ferkeln, Einstreumaterialien bei Sauen im Abferkelbereich: Der Kreislandwirt und Vorsitzende des Landvolks Mittelweser Tobias Göckeritz diskutierte am vergangenen Wochenende in Nienburg (Weser) mit dem Arbeitskreis Agrar die Vorgaben und Auswirkungen dieses Niedersächsischen Tierschutzplanes. Die jungen Landwirte in der NLJ zeigten sich bereit zu mehr Transparenz, indem sie Verbraucher über bisherige Erfolge und Verbesserungen innerhalb der Tierhaltung informieren. Allerdings kritisierte der Arbeitskreis am Tierschutzplan die unzureichende Mitbestimmungsmöglichkeit der betroffenen Landwirte und in ihren Augen kaum mögliche Umsetzbarkeit der vorgesehen Maßnahmen. „Wir wollen gerne etwas für den Tierschutz tun, nur einen Plan aus der Schublade zu holen und zu sagen: ‚Setzt den mal bis dato um‘, ist kein fairer Umgang mit den Landwirten!“ bringt Markus Hauschild, Landesvorsitzender der NLJ und selbst Landwirt, die Kritik auf den Punkt.

Zum Praxisteil des Arbeitskreistreffens gehörte die Besichtigung eines modernen Milchviehstalls. Neben dem Stallmanagement wurden hier auch betriebswirtschaftliche Fragen zu einem Unternehmen in Form einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) erörtert. Im „Klimaraum“ der Deula Nienburg verdeutlichte Seminarleiter Ulrich Lossie den Zusammenhang von Stallklima und Kannibalismus bei Schweinen. Untersucht wurde der Einfluss von Kohlenstoffdioxid auf den Körper ohne Zufuhr von Frischluft sowie das Verhalten von abgekühlter und angewärmter Luft mit Hilfe eines Nebelgerätes. Eine falsch eingestellte Lüftungstechnik kann in 15 bis 20 Prozent der Fälle Ursache für Kannibalismus sein. Wie so oft, gilt also auch hier: Jede Lüftungstechnik ist nur so gut, wie derjenige, der sie betreibt. Die Arbeitskreismitglieder waren sich einig, dass eine ständige Erfolgskontrolle unabdingbar ist, um Fehlerquellen zu vermeiden.

„Mit Blick auf die lauter werdende Kritik der Verbraucher am nicht ausreichenden Tierschutz in der Landwirtschaft reicht es heutzutage bei weitem nicht mehr aus, nur die Produktionstechnik zu beherrschen. Als zukunftsorientierte junge Landwirte müssen wir bereit sein, uns gegenüber Bürgerinnen und Bürgern transparent zu zeigen und unsere Betriebe zu öffnen“, sagte Hauschild zum Abschluss des Treffens.

Lena Bösch

Arbeitskreis Agrar vom 25.-26.02.2011

Am Freitagabend trafen wir uns mit den Teilnehmern des AK Politik und Visionen im Jugendgästehaus in Gailhof. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde stellte uns Agrarreferentin Lena Fastje noch einmal die wichtigsten Punkte und Meilensteine des Dioxin-Skandals dar. Anschließend diskutierten wir über die gefassten und geplanten Beschlüsse und den Imageschaden der Landwirtschaft, wobei wir immer wieder auf das Thema Öffentlichkeitsarbeit zu sprechen kamen. Wir stellten fest, dass dies gerade bei derartigen Skandalen eine wichtige Rolle spielt. Danach ging es in den gemütlichen Teil des Abends über.

Am nächsten Morgen hieß es um 08.30 Uhr Abfahrt zum Institut für Nutztiergenetik nach Mariensee. Dort wurden wir von Rudolf Großfeld, Fachbereich Biotechnologie, empfangen. Rudolf hat uns einiges über die Geschichte und den Aufbau des Instituts erzählt und uns die Labore zum „Sperma Sexing“ gezeigt. Bis zum Sommer wird dort für die Masterrind das Sperma Sexing durchgeführt. Detailliert erklärte uns Rudolf die Funktionsweise des Flowzytometers mit dem die Spermien getrennt werden.

Im Anschluss wurde uns der zum Institut gehörige landwirtschaftliche Betrieb vom Betriebsleiter Herrn Zieseniß vorgestellt. Während eines Rundgangs über die gesamte Anlage erläuterte er uns eindrücklich die hohen Anforderungen, die der Betrieb aufgrund der Forschungsarbeit u.a. im Bereich der Futterqualität leisten muss. Nach dem Rundgang stieß dann der Institutsleiter Herr Prof. Niemann zu uns und wir diskutieren gemeinsam über den Nutzen des Biotechnologieeinsatzes in der Landwirtschaft und die Sichtweise der Verbraucher und des Tierschutzes. Nach einem gemeinsamen Gruppenfoto ging es zum Mittagessen wieder zurück nach Gailhof.

Nach dem Mittag setzten wir uns zusammen, um noch einmal über den Einsatz von Biotechnologien zu diskutieren und gemeinsame Standpunkte zu erarbeiten. Unser Fazit: Wir stehen dem Einsatz von Biotechnologie positiv gegenüber. Die Forschung muss in diesem Bereich weiter vorangetrieben werden.  Unsere Ziele: Die Verbraucher sollten den Mehrwert des Biotechnologieeinsatzes erkennen und transparenter und umfassender informiert werden.  Aber auch die Landwirte müssten oftmals besser informiert sein, um als Multiplikatoren in der Bevölkerung  zu fungieren. Im Anschluss stellten wir unsere erarbeiteten Ergebnisse im gemeinsamen Abschlussplenum mit den anderen beiden Arbeitskreisen vor.

Mona Grabow